Die Streetworkerin Frau Birthe Wernery leistet in diesem Bereich großartige Arbeit, weit über das normale Maß hinaus. Der in der BISKDS-Sitzung am 11.03.2025 vorgestellte Bericht von Frau Wernery machte allerdings nochmals deutlich wie vielseitig und vielschichtig die Aufgaben der aufsuchenden Jugendarbeit in Wegberg sind und welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt.
Verschiede Studien belegen, dass die Corona Pandemie insbesondere auf Kinder und Jugendlichen massive Auswirkungen hatte, weil unter anderem die sozialen Kontakte nahezu vollständig weggebrochen sind. (siehe auch COPSY-Studie der Universitätsklinik Eppendorf) Dies hat immer noch Auswirkungen psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Insbesondere junge Menschen ohne einen starken sozialen Rückhalt sind von den mangelnden Perspektiven, wie fehlender Wohnraum oder fehlenden, bzw. verlässlichen ÖPNV-Anbindungen zu Arbeitsplätzen, Fachärzten und Beratungsstellen betroffen.
Die auch schon vor der Corona-Pandemie in Wegberg festverankerte Drogenszene nimmt aus verschiedenen Gründen mittlerweile beunruhigende Ausmaße an. Hier besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche in Situationen geraten, die sie alleine nicht bewältigen können (wie z.B. Drogenmissbrauch) und so immer weiter in eine psychische und körperliche Abhängigkeit abgleiten. Sie brauchen verlässliche Anlaufstellen unabhängig von Urlaubszeiten.
Zeitgleich berichtet Frau Wernery in ihrem Bericht von einer steigenden Zahl von jungen Menschen die Waffen bei sich führen. Umso wichtiger ist es, dass insbesondere in den Abendstunden die aufsuchende Jugendarbeit auch zu zweit stattfinden kann.
Die SPD ist der Auffassung, dass in diesem Zusammenhang ein frühzeitiges und präventives Tätigwerden unbedingt erforderlich ist, um eine Verschärfung der derzeit noch überschaubaren Situation zu verhindern.
Durch die sehr gute Jugendarbeit in den beiden Jugendzentren und den Vereinen können nur Jugendliche angesprochen werden, die von sich aus den ersten Schritt machen. Jugendliche mit Problemen, die sich zurückziehen, können mit diesem Angebot nicht erreicht werden. Umso wichtiger ist es mit der aufsuchenden Jugendarbeit die Jugendlichen dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten, langfristig Kontakt aufzubauen und Vertrauen zu schaffen.
Der Ausbau von vereinsungebundenen Angeboten für Jugendliche wäre wünschenswert.
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